Fettfreie Masse
Eine muskulöse Statur veranschaulicht, warum der BMI auch ohne hohen Körperfettanteil erhöht sein kann. Für diese fiktive Person ist kein tatsächlicher BMI bekannt. KI-generierte Illustration.
Fett oder nicht Fett, das ist die Frage
Etwas genauer formuliert lautet die Frage so: Ist ein hoher Body Mass Index die Folge von viel Fett, viel fettfreier Masse oder von beidem? Nur im ersten Fall wird sich der BMI wahrscheinlich negativ auf die Gesundheit auswirken.
Beide Beispiele: 75 kg bei 1,80 m · BMI 23,1
- Fettfreie Masse
- Fettmasse
Schematische Darstellung, keine gemessenen Körperfettwerte. Zur fettfreien Masse gehören Muskeln, Knochen, Organe und Körperwasser.
»Fettfreie Masse« ist eine einfache Bezeichnung für sehr komplizierte Strukturen des menschlichen Körpers. Nur drei Aspekte sollen hier erörtert werden. Der erste stellt die Bedeutung des BMI für die Gesundheit in Frage, während der zweite diese Idee doch zu einem gewissen Grad stützt. Der dritte Aspekt zeigt auf, warum körperliche Aktivität so eminent wichtig ist, um ein gesundes Gewicht zu halten.
Grösster Anteil ist gesunder Anteil
Die fettfreie Masse macht bei den meisten Menschen etwa sechzig bis fünfundachtzig Prozent der Körpermasse aus, je nach Geschlecht, Alter und Fitness.
Der Anteil fettfreier Masse ist höher bei jungen als bei alten und bei männlichen als bei weiblichen Personen.
Abgesehen von den sehr Adipösen ist die fettfreie Masse deutlich höher als die Fettmasse. Sie ist der »gesunde« Anteil der Körpermasse, und dieser gesunde Anteil trägt auch am meisten zum Body Mass Index bei. Das ist der hauptsächliche Nachteil des BMI.
Fettfreie Masse stabiler als Körperfett
Andererseits, wenn ein Mensch zunimmt, setzt er viel wahrscheinlicher Fett an als dass er fettfreie Masse aufbaut.
Fettfreie Masse besteht aus Muskeln, Sehnen, Knochen, Bändern, Bindegewebe, Blut, Nerven, inneren Organen und so weiter. All diese Strukturen sind so gebildet, dass sie ihre Funktionen erfüllen, die im Lauf des Lebens mehr oder weniger gleich bleiben. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass ihre Masse sich stark ändert. Bodybuilding ist nur die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Körperfett ist dagegen eine Art, Energie zu speichern. In Zeiten des Überflusses werden die Reserven zunehmen, in Zeiten des Mangels werden sie schwinden.
Deshalb ist ein hoher Body Mass Index sehr wahrscheinlich eben doch die Folge von viel Körperfett. Das ist wohl der Grund, weshalb der BMI noch immer als ein Kennzeichen für die Gesundheit dient.
Warum körperliche Aktivität so wichtig ist
Grob gesagt ist die fettfreie Masse ein Energiekonsument und die Fettmasse ein Speicher für jene Energie, die nicht konsumiert worden ist. Je mehr fettfreie Masse, desto mehr Energie wird verbraucht und desto weniger wird übrig bleiben, um Fettpolster aufzubauen.
Muskeln spielen dabei die wichtigste Rolle, weil sie einen grossen Anteil der Gesamtenergie verbrauchen und weil jede Person diesen Verbrauch durch körperliche Aktivität selber beeinflussen kann.
Muskeln wachsen mit ihrem Gebrauch. Mehr Muskeln verbrauchen mehr Energie, sogar in Ruhe. Deshalb steckt der Körper weniger Energie ins Fett, was es bedeutend leichter macht, ein gesundes Gewicht zu halten.
Aktuelle Einordnung und Grenzen
Zur fettfreien Masse gehören Muskeln, Knochen, Organe und Körperwasser. Ein muskulöser Mensch kann einen hohen BMI haben und dennoch eine andere Körperzusammensetzung als eine andere Person mit demselben BMI.
Der BMI allein zeigt nicht, wie viel Muskelmasse Sie haben. Auch Messungen der Körperzusammensetzung haben Grenzen. Berücksichtigen Sie Kraft, körperliche Funktion, Krankengeschichte und eine fachliche Beurteilung, statt ein Ziel anhand einer einzigen Zahl festzulegen.
